Donnerstag, 11. März 2010

Die Brücke bei Laasan/Niederschlesien


Die Brücke über das Striegauer Wasser bei Laasan (heute: Lazany) gibt es nicht mehr. Sie war die erste deutsche Straßenbrücke aus Eisen. Der Lieferant der Konstruktion war die Eisengießerei Malapane am gleichnamigen Fluss gelegen. Bis zur Mitte des 18. Jahrhunderts befanden sich an der Stelle der heutigen Stadt dichte Wälder. Nachdem an der Malapane große Raseneisensteinlager entdeckt wurden, erfolgte 1753 und 1754 auf Befehl König Friedrichs II. von Preußen der Bau von zwei Hochöfen am Fluss.


Abbildung der Laasaner Brücke aus dem Buch „Schlesische Heimat“
von Bernhard Stephan (Schlesien-Verlag Breslau 1940)

1796 wurde in Laasan die erste befahrbare Gusseisenbrücke (für Fuhrwerke) in Deutschland errichtet. Sie war nach der Coalbroakdale (1779) Bridge in England die erste Verkehrsbrücke auf dem europäischen Festland. Die Eiserne Brücke im Wörlitzer Park (verschiedene Angaben: 1784, 1791) ist zwar älter, aber sie ist nur eine Fußgängerbrücke.

Über diese Brücke findet sich folgender zeitgenössischer Text: "Am rechten Ufer des Striegauer Wassers führt eine eiserne Brücke von 18 Fuß Breite, 9 Fuß Höhe und 40 Fuß Spannung oder Bogenweite über das Striegauer Wasser Richtung Saarau. Dies ist die erste in Schlesien und zu Malapane durch den Engländer [John] Baildon gegossene, mit 60 Arbeitern in 15 Wochen aufgesetzte und am 30. Juli 1796 eröffnete eiserne Brücke des europäischen Festlandes. Das Gewicht des Eisens beträgt 946 Zentner und 18,5 Pfund."


Die Kosten für den Bau der Lasaaner Gusseisenbrücke trug der Reichsgraf Niclas Wilhelm von Burghaus aus Laasan.

Die Brücke über das Striegauer Wasser war so exzellent gefertigt, dass sie fast 150 Jahre lang existierte. Sie wurde jedoch beim Rückzug der Deutschen Wehrmacht 1945 gesprengt. Heute existiert sie nicht mehr, nur noch Reste sind später gefunden und geborgen worden.


Quellen, u.a.: Wikipedia; http://ndtponton.wordpress.com/2009/04/12/brucke-uber-das-striegauer-wasser-bei-laasan; www.oberschlesisches-erbe.de; www.bendorf-geschichte.de/bdf-0059.htm; www.bernd-nebel.de; www.horst-adler.de