Donnerstag, 28. Januar 2010

Das Schloß in Eldingen


Das Eldinger Schloß lag lange Zeit im Dornröschenschlaf und wartete auf bessere Zeiten. Inzwischen (Stand 2012) hat das Schloß einen neuen Besitzer, eine vollkommen neue Bestimmung, und damit eine Zukunft erhalten. Obwohl es damit nicht mehr als Lostplace bezeichnet werden kann, möchte ich dennoch kurz die Geschichte dieses besonderen Gebäudes nachzeichnen.

Im Jahre 1904 wurde es durch Baron Walther Johannes von Caron (1855 – 1937) im neobarocken Stil erbaut.

Ausschnitt aus einer alten Postkarte
Ehrentafel im Eingangsbereich


In den 1950er Jahren diente das Schloß als Altenheim bis es zwischen 1961 und 1984 Sitz der „Schule Schlaffhorst-Andersen“, eine Schule für Atemtherapie, wurde.

Das Schloss als Postkartenmotiv aus der Zeit Anfang der 60er Jahre


Von 1984 bis 1987 nutzte das Jugenddorf Celle (CJD) das Schloß als Wohnheim für Aussiedlerschüler.

1987 schließlich wurde es an einen privaten Investor verkauft, der mit Renovierungsarbeiten begann, die allerdings sehr schnell wieder eingestellt wurden. Danach stand das Gebäude leer und sah einer ungewissen Zukunft entgegen (was es auf die Liste meiner Lostplaces brachte...).

Im Jahr 2009 jedoch wurde dieser Dornröschenschlaf für einige Wochen unterbrochen, denn das Eldinger Schloß diente als Kulisse für eine Filmproduktion des Norddeutschen Rundfunks (NDR): BERLIN '36. Es ist die auf den unglaublichen aber wahren Erlebnissen der Gretel Bergmann basierende Geschichte zweier Außenseiterinnen, Gretel und Marie, die aus unterschiedlichen Gründen am Rande der NS-Gesellschaft stehen. Um zu verhindern, dass die jüdische Favoritin Gretel Bergmann eine Goldmedaille im Hochsprung der Frauen bei der Sommerolympiade 1936 in Berlin gewinnt, schicken die Nazis die Konkurrentin Marie, die in Wirklichkeit ein Mann ist, in Trainingslager und Wettkampf. Gegen alle Widerstände freunden sich die beiden Sportlerinnen an und kämpfen am Ende gemeinsam für ihre Würde, ihre sportlichen Ziele und ihr Überleben in einem unmenschlichen System.

Extra für diesen Film wurden im Garten des Schlosses eine Hochsprunganlage und eine Wettkampfbahn angelegt.



Wie aus der Celleschen Zeitung vom 25. Februar 2010 zu erfahren war, stand das Eldinger Schloss am 18. März 2010 zur Zwangsversteigerung an:



Das Schloß fand dabei einen neuen Besitzer: die Event Consulting and Management GmbH. Wie aus dem folgenden Artikel aus der Celleschen Zeitung vom 1. November 2011 zu erfahren ist, sollen dort künftig mehrere Verkaufsveranstaltungen, Hochzeiten und Seminare pro Jahr stattfinden.

Artikel aus der Celleschen Zeitung vom 1. November 2011
Die Messe "Winterträume" fand dort vom 3.-6. November 2011 statt
Wir haben das erste Event, die „Winterträume“ am 6. November 2011 besucht und waren von der Veranstaltung und natürlich vom Veranstaltungsort sehr begeistert. Es ist schön, dass das Eldinger Schloß nun wieder eine Zukunft hat und damit von der Liste der Lostplaces im Landkreis Celle gestrichen werden kann!

Hier nun noch einige „Winterträume“-Impressionen:


Ausstellungspavillons im Schloßpark



Die Gartenseite des Schlosses


Es gibt viel zu sehen und zu kaufen auf der „Winterträume“...

Der ehemalige Schlossteich wartet noch auf seine Restaurierung



Nachtrag:

Der Schloßteich wurde mittlerweile aufwändig renoviert, wie diese Aufnahme von Oliver Woop zeigt:



Quelle (u. a.): www.nordmedia.de; www.eldingen.info; wikipedia; Cellesche Zeitung; Fotos: eigene und z.T. Thomas Staedler, Oliver Woop - vielen Dank