Dienstag, 6. Dezember 2011

Die Kirche zu Bladiau

Bladiau (Kreis Heiligenbeil/Ostpreußen) wurde im Jahre 1337 gegründet. Zu dieser Zeit existierte die imposante Pfarrkirche bereits. 1735 wurde das Gotteshaus bei einem Brand stark beschädigt, in den folgenden Jahren wurde es aber wieder hergestellt.

Die Kirche in Bladiau in alten Ansichten
Alte Postkarte (Quelle)
Alte Postkarte (Quelle)
Das Kircheninnere wurde durch die Besitzer der umliegenden Güter reich ausgestattet, besonders erwähnenswert ist das Gewölbe mit bemalter Holzverkleidung, das mit Szenen aus dem Neuen und Alten Testament geschmückt war.

Rudolf Schulze-Marburg hat diese Kunstwerke fotografisch festgehalten (die Aufnahmen finden sich im Farbdiaarchiv). Dieses Archiv entstand in den Jahren 1943-1945, mitten im Zweiten Weltkrieg, als Versuch des nationalsozialistischen Regimes, angesichts drohender Zerstörung die wandfeste Ausstattung bedeutender Baudenkmäler im gesamten "großdeutschen Reich" in Farbaufnahmen zu dokumentieren. 


Einige Impressionen der reich bemalten Holzdecke
Während der schweren Abwehrkämpfe der 4. Deutschen Armee in diesem Raum  brannten 1945 durch Artilleriebeschuss viele Gebäude im Dorf ab und die Kirche, insbesondere deren Turm, wurde schwer beschädigt.

Die Kirche existiert heute nicht mehr. Die Mauerreste erlebten noch die 1970er Jahre. Nach 1975 sprengte man Turm und Wände und beseitigte die Trümmer. Nur die Kirchmauer mit dem Denkmal für die Gefallenen des ersten Weltkriegs blieb stehen. Die Inschrift auf diesem Gedenkstein lautet: „Die Heimat den Helden 1914 – 1918“.

Der Gedenkstein an der alten Kirchenmauer

Von der Kirche überlebten 2 Glocken auf dem Hamburger Glockenfriedhof. Sie erklingen heute in Stockheim und Geestemünde. Der Taufstein der Kirche ist ebenfalls erhalten, er befindet sich jetzt in einem privaten Museum in Pogranitschny (Hermsdorf).

Weitere interessante Informationen zur Kirche in Bladiau gibt es hier: www.kirchspiel-bladiau.de


Quelle: www.ostpreussen.net; wikipedia; Farbdiaarchiv
Fotos: mit freundlicher Genehmigung der Fotografen