Dienstag, 25. Oktober 2011

Der „Alte Neustädter Friedhof“ in Celle

 
Der „Alte Neustädter Friedhof“ liegt an der Kuckuckstraße in Celle. Dieser Friedhof wurde im Jahr 1886 eingerichtet. Eine rote Backsteinmauer grenzt das Friedhofsgelände zur Straße hin ab. Man betritt den Friedhof durch ein breites Tor mit zwei großen gußeisernen Flügeln.

Der Eingang auf das Friedhofsgelände
 

Die Sterbedaten auf den noch vorhandenen Grabsteinen lassen vermuten, dass dort bereits zwischen den Weltkriegen die letzten Begräbnisse stattfanden, offiziell wurde er jedoch noch bis 1960 genutzt. In der Folgezeit, so ist anzunehmen, fiel dieser Friedhof nicht nur in einen jahrzehntelangen Dornröschenschlaf, sondern leider auch einigen Vandalen zum Opfer. Umgestoßene, entfernte und demolierte Grabsteine finden sich ebenso wie noch einige wenige nahezu unberührte Grabstellen. Die Vegetation konnte sich in den zurückliegenden Jahren relativ ungestört entfalten und eroberte sich so Grabstelle um Grabstelle zurück.

Der Hauptweg wird im Volksmund "Hochmutsallee" genannt
 

Dieser Dornröschenschlaf wurde erst 1999 beendet, als die Stadt Celle den Friedhof für die Expo 2000 in Hannover teilweise instand setzte und zu Besichtigungen freigab. Danach passierte wieder fast ein ganzes Jahrzehnt nichts, bis zum Jahr 2009. Seit diesem Zeitpunkt erarbeiten Bürger, Quartiermanagement, der Ortsrat, die Stadt Celle sowie die Freiraumplanerin Sonja Schäfer mit ihrer Diplomarbeit „Ein Friedhof wird Stadtteilpark“ ein Konzept zur Nachnutzung des Geländes.
 
Einige der heute noch vorhandenen Grabstein
 
 
  

Allerdings ist dazu noch nicht allzu viel geschehen - jedenfalls mutet das Gelände so an. Auf den noch vorhandenen Grabsteinen sind mit Kreide Ziffern notiert, die eine Erfassung oder Auflistung der Grabstellen vermuten lassen. Ansonsten macht das Gelände immer noch einen sehr verwilderten Eindruck und wird von den Anwohnern offensichtlich gern als Hundetoilette genutzt. Diese unschönen Hinterlassenschaften finden sich leider in großer Zahl, teilweise sogar recht pietätlos direkt auf den Grabstellen. So stellt sich mir die Frage, ob dieses Projekt noch verfolgt wird, oder ob das Gelände nun wieder sich selbst überlassen wird...


 
 

 
 
 
 
Gustav Bittersohl betrieb in der Neustadt 66/67 eine Kolonial-, Material-
und Porzellanwarenhandlung
sowie eine Gastwirtschaft mit Ausspann
 


Fotos: eigene, aufgenommen im Oktober 2011; Informationen z.T. aus dem Buch "Geschichten und Ereignisse um die Celler Neustadt - Stadtteilchronik von 1566 bis 2005"