Dienstag, 23. Februar 2010

Die Stanczyki-Viadukte


Bei Stanczyki (ehem. Staatshausen) überspannen zwei parallele Eisenbahnbrücken ein breites Tal, in dessen Mitte der kleine Fluss Bledzianka (Blinde) fließt. Die südliche Brücke wurde 1912 bis 1914 errichtet und 1917 ergänzt, die nördliche 1918. Die Planung für die einem römischen Aquädukt ähnelnden Bauwerke stammte bereits aus dem Jahr 1908. Kriegsbedingt fand die Einweihung der von Goldap über Szittkehmen nach Gumbinnen führenden Eisenbahnstrecke aber erst am 1. Oktober 1927 statt, allerdings nur über eine der beiden Brücken - die südliche.


Mit fünf Bögen aus Stahlbeton wird eine 182 Meter lange Strecke überspannt. Die Brückenunterkante liegt 36,5 Meter über dem Niveau der Blinde. Die Brückenseiten werden von Balustraden begrenzt. Ein schmaler Gehweg führt an ihnen entlang.



Die baugleichen Viadukte ruhen auf je vier Pfeilern aus Holz und Beton. Die Pfeiler wurden aus sogenanntem Holzbeton gegossen: in den Pfeilern stecken zur Stärkung und Stabilisierung des Bauwerks massive Baumstämme. Da man der Konstruktion die erforderliche Stabilität letztlich nicht zutraute, ist über die zweite der beiden Brücken jedoch nie ein Zug gefahren. Auch war das Personenaufkommen nicht groß genug, um ein zweites Gleis zu rechtfertigen. Nach 1933 verringerte sich der Personenverkehr noch mehr, da während der Zeit des Nationalsozialismus die gesamte Rominter Heide (Puszcza Romincka) auf Befehl des Reichsjägermeisters Hermann Göring eingezäunt und für „Normalsterbliche“ zum Sperrgebiet wurde.


1945 wurde die gesamte Eisenbahnstrecke von der Sowjetunion demontiert. Die Brücken können heute besichtigt werden und befinden sich seit 2004 in Privatbesitz. Von dort oben hat man einen herrlichen Panoramablick auf die idyllische Landschaft.



Eine sehr interessante und ausführliche Internetseite zum Thema Ostpreußische Eisenbahngeschichte hat Dieter Zeigert erstellt. Hier der Link: Beiträge zur Ostpreußischen Eisenbahngeschichte


Quelle u. a. Wikipedia