Freitag, 4. Dezember 2009

Das Hans-Mallon-Ehrenmal der HJ auf Rügen

Das Hans-Mallon-Ehrenmal der HJ bei Bergen auf Rügen (Einweihung 1937, 1945 gesprengt) ist so gut wie unbekannt. Es wurde zu Ehren des von Kommunisten ermordeten Hitlerjungen Hans Mallon in den Jahren 1935-1937 errichtet. Träger war der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge unter der architektonischen Leitung von Robert Tischler. Räumlich wurde das Bauwerk mit einem bereits bestehenden aber deutlich kleineren Gefallenenehrenmal in Verbindung gesetzt.

Das Haus war ein beeindruckendes Denkmal in Anlehnung an ein germanisches Langhaus aus der Bronzezeit. Das reetgedeckte Dachgebälk aus Lindenstämmen ruhte auf großen Granitblöcken. Ein Hakenkreuzverziertes Bronzetor war der Einlaß in das Innere des Bauwerks. Darin wurden die Gebeine des Toten aufbewahrt und alljährlich am Todestag veranstaltete die HJ einen Schweigemarsch. Der Vorplatz des Hans-Mallon-Hauses war mit vier großen Säulen versehen, auf denen Feuerschalen angebracht waren.
Über dem Eingang fanden sich die Worte aus der Edda: „Ewig ist der Toten Tatenruhm.“

Das Haus war Sammelpunkt der pommerschen Hitlerjugend zum Sternmarsch zum Reichsparteitag in Nürnberg. Es wird in dem Film „Der Marsch zum Führer“ gezeigt.


In der Nähe der Gedenkstätte wurde ein Thingplatz angelegt. Dieser Thingplatz existiert immer noch, dort befindet sich heute eine Freilichtbühne, die Rugard-Bühne.

1945 wurden in dem Haus die Ostdeutschen HJ-Fahnen aufbewahrt, die bis zu ihrer Rückkehr ins vorübergehend feindbesetzte Gebiet dort ihren Platz finden sollten.

Im Jahre 1945 mußte das Gebäude vor den vorrückenden sowjet-bolschewistischen Truppen gesprengt werden, um die Grabstätte vor einer Schändung zu bewahren. An anderer Stelle heißt es zum Schicksal des Gebäudes:

„Das Hans-Mallon-Haus wurde 1945 letzter Aufbewahrungsort der ostdeutschen HJ-Fahnen. Um sie vor der Schändung durch die Rote Armee zu bewahren, zündete ein Hitlerjugendführer das reetgedeckte Gebäude kurz vor dem Einmarsch der Sowjets an.“

Die Überreste der Gruft wurden Anfang 2008 freigelegt und es wurde diskutiert, ob an dieser Stelle ein Mahnmal für zukünftige Generationen errichtet werden soll. Dieser Gedanke wurde jedoch vom Kuturausschuss verworfen.